Treffen der Filmbüros und -verbände

Am Montag, den 11. Februar 2019 trafen sich die Landesfilmbüros zum Erfahrungsaustausch über die Perspektiven kultureller Filmförderungen in den jeweiligen Bundesländern in der Bremer Landesvertretung in Berlin. Die neuen Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen haben mehr Geld und Engagement für die Filmförderungen zugesagt. Alle Filmbüros beklagen die zunehmende Dominanz des Fernsehens in den Förderungen. Gemeinsam wollen die Filmbüros auch bundesweit aktiv werden und sich für mehr Film- und Kinokultur stark machen.

(Die TeilnehmerInnen von links nach rechts):

  • Thomas Weber (Filmverband Südwest, Vorstand)
  • Saskia Wegelein-Golovkov (Filmbüro Bremen e.V., Geschäftsführerin)
  • Christoph Oliver Strunck (Film- und Kinobüro Hessen, Geschäftsführer)
  • Ilona Rieke (Filmbüro Bremen e.V., Geschäftsführerin)
  • Stefan Höh (Filmbüro Nordrhein-Westfalen, Vorstand)
  • Daniel Krönke (Filmkultur Schleswig-Holstein e.V., Vorstand)
  • Rainer Ludwigs (Film & Medienbüro Niedersachsen e.V., Vorstand)
  • Bernd Wolter (Film & Medienbüro Niedersachsen e.V., Geschäftsführer)
  • Anna Kautenburger (Saarländisches Filmbüro e.V., Vorstand)
  • Jessica Dahlke (Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.)
  • Maximilian Höhnle (Filmverband Südwest, Vorstand)
  • Sabine Matthiesen (Filmbüro Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsführerin)
  • Christoph Zickler (Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.)
  • Britta Voß (Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.)
  • Hannes Karnick (AG DOK Hessen / Rhein-Main)
  • Erwin Heberling (Film- und Kinobüro Hessen, Geschäftsführer)

Foto: Kerstin Hehmann (Film & Medienbüro Niedersachsen e.V.)

Wie immer am Berlinale-Montag trafen sich auch 2019 wieder die Vertreterinnen und Vertreter der Filmbüros - diesmal in der Bremer Landesvertretung. Dabei waren das Film- und Medienbüro Niedersachsen mit Geschäftsführer Bernd Wolter, Kerstin Hehmann und Rainer Ludwigs vom Vorstand, das Kinobüro Hessen, der Filmverband Südwest, das Saarländisches Filmbüro, das Filmbüro Mecklenburg- Vorpommern, die AG Dok Hessen, das Filmbüro Bremen mit den Geschäftsführerinnen Saskia Wegelein und Ilona Rieke, Filmkultur Schleswig-Holstein e.V. und das Filmbüro Nordrhein-Westfalen.

Während des Treffens ging es vorrangig um die aktuellen Debatten zur kulturellen Filmförderung, zur Anerkennung des Films als Kunst und zur Stärkung der Kinokultur – gerade im ländlichen Raum der Flächenländer. Weitere Themen waren der Nachwuchsmangel bei den Gewerken und die damit verbundene dringende Aufgabe nach Weiterbildungsangeboten auch und besonders durch die Filmbüros, außerdem Zertifizierungen für „grünes Produzieren“ und für „faires Produzieren“ – hierüber berichteten die Kolleginnen und Kollegen aus Hessen und Baden-Württemberg, wo gerade an diesen Dingen gearbeitet wird.

Einigkeit bestand darüber, dass im Moment neuer Wind in die Kulturelle Filmförderung kommt, angestoßen durch die Frankfurter Positionen, über die auch auf der Berlinale diskutiert wurde. Ilona Rieke aus Bremen berichtete vom Produzententag, bei dem sich Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, kritisch über die Qualität der entstehenden Filme in Deutschland äußerte und einen runden Tisch im ersten Halbjahr 2019 zum Thema Kulturelle Filmförderung ankündigte.

Saskia Wegelein aus Bremen hat daher einen Brief an Monika Grütters verfasst, um sie auf die Situation der Filmbüros aufmerksam zu machen und ihnen einen Platz am runden Tisch zu sichern.

Um beim runden Tisch mit einer Stimme auftreten zu können, ist es den Filmbüros wichtig, noch enger zusammenzuarbeiten – allerdings wurde in Berlin von der Gründung eines Verbands abgesehen. Auf einer Klausurtagung der Filmbüros soll über die künftige Zusammenarbeit intensiver gesprochen werden.
Dort wird es auch um folgende Themen gehen:

  • Transparenz in der Filmförderung
  • Stellung der öffentlich-rechtlichen Sender bei der Filmförderung
  • Die Situation des Films zwischen Wirtschaft und Kultur
  • Situation der freien Filmschaffenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei den Sendern
  • Vernetzung mit anderen Einrichtungen der kulturellen Förderung
  • Der Wunsch nach mehr Subversion im Film

Auf der Berlinale 2020 ist ebenfalls wieder ein Treffen am Berlinale-Montag geplant.

Saskia Wegelein und Jessica Kordouni